Windows 11 | Problem Ejecting USB Attached SCSI (UAS) Mass Storage Device

Man möchte nur schnell die externe SSD abziehen, klickt auf Hardware sicher entfernen / Eject portable device und bekommt die folgende Fehlermeldung angezeigt:

Windows behauptet, dass noch ein Programm auf das Laufwerk zugreift.

Die üblichen Verdächtigen

Häufig, aber halt nicht immer, spielen die folgenden Programme oder Prozesse eine Rolle:

  • Ein Explorer-Fenster ist noch im Verzeichnis der SSD offen
  • Die PowerShell oder Eingabeaufforderung stehen noch auf der SSD
  • Von Anwendungen geöffnete Dateien
  • Ein Virenscanner oder die Windows-Indizierung arbeitet im Hintergrund
  • Ein Kopiervorgang ist noch nicht ganz abgeschlossen

Wenn angeblich alles geschlossen ist

Ich hatte neulich den Fall, dass keiner dieser Punkte zutraf. Selbst die Einstellung auf „Schnelles Entfernen“ in den Richtlinien (ein wichtiges Thema, das ich bereits hier in einem anderen Kontext gestreift habe) war korrekt gesetzt. Eigentlich sollte das System den Schreibcache so verwalten, dass ein Auswerfen jederzeit möglich ist – theoretisch.

In der Praxis blieb die Fehlermeldung hartnäckig. Wenn also alle Anwendungen geschlossen sind und auch der Explorer keine offenen Zugriffe mehr zeigt, gibt es noch einen ganz speziellen Übeltäter der bei häufig geöffnet ist.

Der Windows Task-Manager blockiert die SSD

Es klingt fast ironisch:
Man öffnet den Task-Manager, um herauszufinden, welcher Prozess das Laufwerk blockiert – und genau dadurch verhindert man das Auswerfen.

Der Task-Manager greift zur Überwachung der Performance (Datenträgerauslastung, Antwortzeiten etc.) aktiv auf die Hardware-Informationen zu. Solange das Fenster des Task-Managers offen ist und die SSD in der Liste der Ressourcen überwacht wird, hält Windows oft ein Handle auf das Gerät offen. Schließt man den Task-Manager, kann die SSD ohne Probleme entfernt werden.

In den meisten Fällen lässt sich die SSD danach sofort und ohne Murren entfernen. Manchmal sind es eben die Werkzeuge zur Fehlersuche selbst, die der Lösung im Weg stehen.

Enjoy it, b!

Hurra Deutschland | So geht Digitalisierung

Ich halte gerade das zweite Schreiben in den Händen, das mir mitteilt: „Kein Ausbau durch Deutsche Glasfaser“. Die Begründung? „Wirtschaftliche Gründe“ und eine erneute „Wirtschaftlichkeitsprüfung“ aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen.
In der Sprache der Konzerne bedeutet das schlicht: „An meiner Adresse lohnt sich Fortschritt gerade nicht“.

Digitale Autobahnen vs. Feldwege

Das ist ein Armutszeugnis für einen Technologiestandort, für das (ehemalige) Land der Dichter und Denker und Ingenieure. Schnelles Internet ist kein Luxusgut, sondern die elementare Grundlage für vieles, was unsere Zukunft bestimmen wird. Ohne Breitband fehlt die Basis für KI-Entwicklungen, für Forschung und Softwareunternehmen und auch die Nutzung von Cloud-Lösungen (ob man das nun gut oder schlecht findet) ist abhängig von einem schnellen Internetanschluss.
Solange wir den Ausbau in Deutschland privatwirtschaftlich dem Markt überlassen, zementieren wir die digitale Zweiklassengesellschaft. Glasfaser gibt es dann nur dort, wo der Profit kurzfristig realisiert werden kann. Was wir brauchen, sind digitale Autobahnen – was wir bekommen, sind digitale Feldwege.

Ein Blick zurück – als Deutschland einmal mutiger war

Spannend – und gleichzeitig bitter – ist der historische Vergleich. In den Koalitionsverträgen der 70er Jahre zwischen SPD und FDP tauchte der Glasfaserausbau noch nicht als konkretes Ziel auf. Die Technologie befand sich damals schlicht noch in der Erprobungsphase, und niemand konnte absehen, wie grundlegend sie einmal werden würde.
Doch am Ende dieser politischen Ära geschah etwas Bemerkenswertes: Am 8. April 1981 beschloss das Bundeskabinett unter Helmut Schmidt (SPD) den zügigen Aufbau eines flächendeckenden Breitbandglasfasernetzes. Ein visionärer Schritt – Jahrzehnte bevor „Digitalisierung“ zum politischen Modewort wurde.
Dieser Beschluss war ein seltener Moment, in dem Politik langfristig dachte. Ein Moment, in dem man verstanden hatte, dass Infrastruktur nicht nur Kosten verursacht, sondern Zukunft schafft. Dass man nicht warten darf, bis der Markt „von selbst“ aktiv wird. Und dass staatliche Verantwortung bedeutet, Grundlagen zu legen, auf denen Innovation überhaupt erst entstehen kann.
Dass dieses Projekt später unter der folgenden Regierung wieder ausgebremst wurde, ist eine der großen verpassten Chancen der deutschen Technologiegeschichte.

Ein Plädoyer für den Staat und mehr Mut

Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft. Das bedeutet auch, dass der Staat die Pflicht und die Möglichkeit hat, steuernd einzugreifen. Meiner Meinung nach gehören wichtige und kritische Bereiche deutlich stärker von der staatlichen Seite reguliert:

  • Forschung
  • Das Gesundheitswesen
  • Energiewirtschaft
  • Infrastrukturen (die Bahn und Straßen sowie digitale Netze)

Der Staat muss den Ausbau nicht nur forcieren, sondern verordnen.

Return-on-Invest neu denken

Das Hauptproblem der Privatwirtschaft ist der Blick auf das nächste Quartal. Echte Infrastrukturprojekte brauchen aber einen langen Atem. Ein Return on Invest kann nicht immer sofort monetär messbar sein. Die Rendite eines flächendeckenden Glasfasernetzes liegt in der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Landes über Jahrzehnte hinweg.
Wenn wir weiterhin nur auf Sicht fahren und Infrastruktur als reines Profit-Center betrachten, wird das „Hurra Deutschland“ in Sachen Digitalisierung ein sarkastischer Dauerzustand bleiben.

Enjoy it, b!
(auch wenn es manchmal schwer fällt)