Supermicro X11SSL-F | Windows Server 2022

Für das Supermicro-Motherboard X11SSL-F endet mit Windows Server 2019 der Support des Herstellers und auch der verbaute RAID-Controller (LSI MegaRAID SAS 9271-4I) hat schon einige Jahre hinter sich.

Dennoch war die Aufgabe, den Server mit Windows Server 2022 zu installieren. Da der Server bereits mit Windows Server 2019 (Hyper-V Server 2019) lief und ein Inplace-Upgrade von Microsoft unterstützt wird, lag diese Vorgehensweise nahe. Das Abenteuer endete oder begann – je nachdem, wie man es sehen will – mit einem BSOD.

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Leider wurde kein Dump geschrieben, da ich aber genau diese Hardware 2024 mit Hyper-V Server 2019 installiert hatte und damals der Treiber aus dem Betriebssystem verwendet wurde, kam mir der Verdacht das möglicher Weise der Treiber das Problem verursacht. Der storport.sys deutet ja in die Richtung der Platten.

Im Verlauf der Fehleranalyse haben sich zwei Wege für die Installation von Windows Server 2022 herauskristallisiert:

  • Inplace-Upgrade von Hyper-V Server 2019 auf Windows Server 2022 mit einem zuvor aktualisiertem Treiber für den LSI 9271-4I
  • Neuinstallation von Windows Server 2022 und Bereitstellung des Treibers für den LSI 9271-4I während der Installation

Für beide Abläufe ist der aktuellste Treiber (MR Windows Driver 6.14-6.714.05.00) notwendig, der sich hier zum Download findet.

https://docs.broadcom.com/docs/MR_WINDOWS_DRIVER_6.14-6.714.05.00-WHQL.zip

Inplace-Upgrade

Bevor das Inplace-Upgrade gestartet wird, muss zwingend der Treiber aktualisiert werden. Läuft man auf der Core-Version eines Windows Servers, so geht das am einfachsten über das Server Core App Compatibility Feature on Demand (FoD), welches nach der Installation den Device-Manager mitbringt, oder mit pnputil.exe.

# Installation der Windows Server Core App Compatibility (online)
Add-WindowsCapability -Online -Name ServerCore.AppCompatibility~~~~0.0.1.0

# Alternativ mit pnputil.exe
pnputil.exe -i -a oemdriver.inf

Zusätzlich, da dies direkt vom Betriebssystem ausgemacht werden kann,habe ich noch das BIOS des Rechners mit SUM und auch die Firmware des BMC aktualisiert.

Jetzt das Setup über eine ISO-Datei oder besser einen USB-Stick starten.

Neuinstallation

Die Neuinstallation, verläuft wie gewohnt! Nur das der Server die Volumes des LSI 9271-4I schon sieht, hier wird nun trotzdem der neue Treiber über Load driver geladen.

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Wenn die Installation von einem USB-Stick erfolgt, kann man den Treiber gleich in entpackter Form mit drauflegen.

Für beide Wege, gibt dieser Artikel entsprechende Hinweise wenn im Device-Manager nicht erkannte Treiber vorhanden sind.

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Supermicro X11SSL-F | Other devices

Am vergangenen Wochenende ist mir ein „alter Bekannter“ wieder über den Weg gelaufen, ich musste einen Server mit einem Supermicro X11SSL-F Mainboard mit Microsoft Hyper-V Server 2019 (RIP) neu installieren und bin dabei auf zwei nicht korrekt erkannte Geräte gestoßen.

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Während ich den PCI Simple Communications Controller, wie in diesem Beitrag beschrieben aktualisieren konnte, blieb ein Gerät (Device) weiterhin unerkannt.

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Eine Suche nach der folgenden ID PCI/VEN_8086&DEV_A135&CC_0000 brachte dann auch umgehend die Lösung. Unter folgendem Link stellt Supermicro eine ZIP-Datei mit dem passenden Treiber bereit:

https://www.supermicro.com/wdl/driver/ISH/

Der Treiber muss dann entpackt und entsprechend installiert werden. Da ich mittlerweile auf allen Windows Server Core Installationen Features on Demand (FOD) verwende, kann das Update auch über den Gerätemanager von Windows Server erfolgen.

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Das nicht erkannte Gerät stellte sich als Intel® Integrated Sensor Solution heraus.

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Verwalten eines RAID-Controllers durch das BIOS auf dem Motherboard

Auf Supermicro Motherboards besteht die Möglichkeit einen RAID-Controller (hier ein AVAGO 9361-4i) durch das BIOS zu verwalten.

Es stellt sich hier natürlich die Frage, wieso sollte man das eigentlich tun? Mir fallen hier zwei Gründe ein, die mir das arbeiten mit der Hardware deutlich erleichtern.

  • Alle Einstellungen sind im BIOS des Servers zu setzen, und nicht verteilt zwischen Server und Controller
  • Der Aufruf des BIOS erfolgt bei Supermicro Boards mit der DEL Taste und diese ist über ein ILO-Board deutlich einfacher zu erreichen als zum Beispiel die Kombination CTRL+R

Damit nun eine zentrale Konfiguration über das BIOS möglich ist, muss für jeden PCI-Slot das PCI Device Option ROM Setting von [Legacy] auf [UEFI] geändert werden, danach wird das BIOS des RAID-Controllers nicht mehr initialisiert und auch keine Ausgaben mehr beim Startvorgang angezeigt. Alle Einstellungen sind dann im BIOS des Servers vorhanden.

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Die Einstellungen wie immer mit F4 speichern und dann mit DEL ins BIOS um den RAID-Controller zu konfigurieren.

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Ich finde das echt cool und für mich sehr hilfreich. Dazu kommt noch, dass zumindest ich mit der Navigation im BIOS des Servers besser zurecht komme als mit dem BIOS des RAID-Controllers.

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Ich habe das mit dem Supermicro X11SCH-F getestet und konfiguriert, es geht aber wohl auch mit Motherboards der X10 Serie, wenn das BIOS aktuell ist.

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